Blume

Haiti, die einstige "Perle der Antillen", scheint als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre mit einem jährlichen Bruttosozialprodukt von weniger als 1.000 USD pro Kopf von der Weltöffentlichkeit vergessen. Als rohstoffreiche Kolonie litt es im 17. und 18. Jahrhundert unter der Ausbeutung durch die französische Kolonialmacht, was tiefe Spuren in der Natur und der Gesellschaft hinterlassen hat. Die marode Wirtschaft und die politischen Unruhen halten Touristen seit Jahren fern. Devisen fließen kaum noch ins Land und aufgrund des Preisverfalls bei den Exportprodukten werden hier kaum noch Einnahmen erzielt. Die haitianische Bevölkerung verelendet zunehmend. 85% der Haitianer sind unterernährt, 75% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze, 70% verfügen nicht über sauberes Trinkwasser, 80% können nicht lesen und schreiben und sind arbeitslos. Nur eines von vier Kindern hat die Chance, zur Schule zu gehen...

Seit dem verheerendem Erdbeben 2010 hat sich die Situation der Menschen zunehmend verschlechtert. Auch jetzt, zwei Jahre danach, leben viele Menschen nach wie vor in Zeltstädten, unter menschenunwürdigen Bedingungen. Aufgrund des Mangels an fließendem sauberen Wasser, und somit mangelnder Hygiene, kann auch die Choleraepidemie nur sehr schwer bekämpft werden und ist kaum unter Kontrolle zu bekommen.

Und auch die Natur kämpft ums Überleben. Aufgrund massiver Waldrodungen hat eine Bodenerosion eingesetzt, die - bedingt durch einseitige Bodennutzung - mit einer Versalzung der Böden einhergeht.

Die kleine Schwester der Dominikanischen Republik besticht trotz allem durch ihre karibische Schönheit und das Lächeln und die Freundlichkeit ihrer Bevölkerung. Es bleibt zu hoffen, dass sich Haiti eines Tages von den Schrecken seiner Vergangenheit erholt haben wird.

Schmetterling Blume